Begleitforschung

Themen und Zielstellungen der Projekte in den Modellregionen bilden das breite Spektrum der Elektromobilität ab. Um die Ergebnisse der Einzelprojekte in den Regionen auf programmatischer Ebene zusammenzuführen und den Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Akteuren sicherzustellen, wurden im Rahmen einer fundierten Begleitforschung übergeordnete Themenfelder definiert.

Die Begleitforschung konzentriert sich dabei auf die folgenden vier Themenfelder.


1. Themenfeld Innovative Antriebe und Fahrzeuge

Ziel der Begleitforschung ist die technische, ökologische und ökonomische Bewertung von Elektrofahrzeugen und Komponenten. Maßgeblichen Input zur Bewertung liefern die Fahrzeuge innerhalb laufender oder neuer Demonstrations- und Technologieprojekte im Sinne der experimentellen Forschung und industriellen Entwicklung und den Fahrzeughochlauf flankierende Maßnahmen zur Beschaffung größerer Fahrzeugeinheiten im Sinne des Flottenausbaus (Stichwort: Umweltbeihilfe). Die Datenbasis bilden kontinuierliche Datenlieferungen statischer und variabler Daten nach Vorgabe des Minimaldatensets mit Hilfe von Datenloggern und Abfragen. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Abschätzung der F+E-Bedarfe und zur Ausrichtung neuer Förderprogramme leisten und Informationen für die Beschaffung von Fahrzeugen bereitstellen.

Zielgruppen der Ergebnisse
Fahrzeug- und Komponentenhersteller , Fahrzeugbetreiber und -anwender (z.B. Flottenbetreiber), Modellvorhaben, Beschaffer, kommunale Entscheider


2. Themenfeld Infrastruktur

Der Aufbau von Ladeinfrastruktur (Normal- und Schnellladen) ist eine notwendige Voraussetzung für den Kauf von E-Fahrzeugen. Kern der zukünftigen Begleitforschung ist zum einen die Fragestellung, welche spezifische Ladeinfrastruktur (AC vs. DC) und in welcher jeweiligen Anzahl diese aufgebaut werden muss, um den Fahrzeughochlauf ideal zu unterstützen („Bedarfsgerechter Aufbau“). Insbesondere das Thema ‚flächendeckende Ladeinfrastruktur‘ besticht durch viele Meinungen aber wenige belastbare Erkenntnisse. Zum anderen soll weiterhin der Frage nachgegangen werden, wie der weitere Ladeinfrastrukturaufbau durch die Erfahrungen der Modellprojekte möglichst effektiv unterstützt werden kann („Starterset“). Darüber hinaus ist es Aufgabe der Begleitforschung, eine fortlaufende Technikbewertung der Ladeinfrastruktur vorzunehmen, auf deren Basis die Auswahl zukünftiger Förderprojekte und eine detaillierte Beratung des Ministeriums erfolgen kann. Insbesondere Technologieentwicklungen wie das induktive Laden sollen eng begleitet und frühzeitig Handlungsbedarfe für die Ausgestaltung des ordnungsrechtlichen Rahmens und weitere Forschungsfragen identifiziert werden. Sämtliche Maßnahmen sind dazu geeignet, ein koordiniertes und konsistentes Vorgehen beim nationalen Infrastrukturaufbau zu unterstützen.

Zielgruppen der Ergebnisse
Kommunen, Stadtwerke & EVUs


3. Themenfeld Rahmenbedingungen / Markt

Der Erfolg der Technologie Elektromobilität ist in hohem Maße abhängig von externen Einflüssen. So sind bspw. Forderungen nach direkten Subventionen allgegenwärtig. Die neue Begleitforschung „Rahmenbedingungen/Markt“ nimmt sich dieser Tatsache an. Dabei sollen die unterschiedlichen Einflüsse betrachtet werden. Diese sind zum einen das Mobilitätsverhalten und die Mobilitätsbedürfnisse des potenziellen Privat-Kunden und wie die Elektromobilität diese Bedürfnisse bedienen kann. Es soll dabei auch der Frage nachgegangen werden, ob die sich verändernden Lebensverhältnisse und gesellschaftlichen Trends (sinkende Bedeutung des Autos als Statussymbol) die Elektromobilität voranbringen.

Zum anderen ist die Frage entscheidend, ob Elektrofahrzeuge für Flottenanwendungen (Unternehmen und Kommunen) auf dem Markt konkurrenzfähig sind. Gerade bei diesem Thema soll die Begleitforschung auch eine Beratungsfunktion unter Zu-Hilfenahme des NOW-Startersets ausfüllen. Schlussendlich soll der Frage nachgegangen werden, welche rechtlichen und politischen Weichenstellungen über das im parlamentarischen Prozess befindliche „EmoG“ hinaus vorgenommen werden müssen, um der aktuell zwar sehr bekannten, aber noch recht kritisch betrachteten Technologie zum Durchbruch zu verhelfen. Beim Meinungsbildungsprozess sollen relevante Erfahrungswerte aus dem Ausland berücksichtigt werden.

Zielgruppen der Ergebnisse
Unternehmen (insbesondere KMU), Kommunen, Privatpersonen


4. Themenfeld Vernetzte Mobilität

Ausrichtung
Die Zielsetzung des Themenfeldes ist der Aufbau und Ausbau von Kompetenzen auf der kommunalen Ebene, um durch die Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen im Bereich der Mobilitätsstrategien die Bedingungen für die Verbreitung und Sichtbarkeit von Elektromobilität vor Ort zu steigern. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer elektromobilen Roadmap bis 2050 und von Handlungsempfehlungen für kommunale Mobilitätstrategien. Dabei stehen besonders Fragestellungen zur Förderung der Intermodalität, der Verknüpfung von Wegeketten, aber auch der Optimierung von Verkehrsabläufen im Mittelpunkt. Im Bereich Forschung und Entwicklung steht die weitere Elektrifizierung der Verkehrsträger bzw. anderer verkehrspolitischer relevanter Anwendungen und deren Verknüpfung im Fokus. Übergeordnet findet eine Einbettung in die Energie- und Klimaziele der Bundesregierung bis 2050 statt.

Zielgruppen der Ergebnisse
Gemeinden, Landkreise, Kommunen, kommunale und Landesunternehmen