Aufbau Wasserstoff-Tankstellennetz

Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes für Brennstoffzellenfahrzeuge in Deutschland

Wasserstoff und Brennstoffzellen sind Eckpfeiler auf dem Weg zu einer emissionsfreien Mobilität in Deutschland. Die Unterstützung beim Ausbau der Tankinfrastruktur für Wasserstoff als Kraftstoff hat deshalb für die Bundesregierung eine hohe Priorität. Wie im Nationalen Strategierahmen zur Umsetzung der EU-Richtlinie zum Ausbau von Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe (AFID) festgelegt, verfolgt die Bundesregierung das Ziel von bundesweit 100 Wasserstoff-Tankstellen für Brennstoffzellen-Pkw bis 2020. Ebenfalls im Fokus der Bundesregierung stehen Maßnahmen zur Unterstützung von entsprechenden Infrastrukturen für andere Verkehrsträger (Busse, Züge und (Schwerlast)Güterverkehr).

Konkret wurden 2018 im Rahmen des NIP Investitionszuschüsse für 20 öffentliche Wasserstoff-Tankstellen bewilligt. Der Förderaufruf endete bereits im März 2018 und traf auf großes Interesse. Damit sorgt die Bundesregierung weiterhin für Kontinuität bei der Förderung von Wasserstoff-Tankstellen. Bereits in der ersten Phase des NIP (2006-2016) unterstützte der Bund im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten den Aufbau von insgesamt 50 öffentlichen Wasserstoff-Tankstellen für Brennstoffzellen-Pkw und -Busse. Die NOW GmbH koordiniert und steuert das NIP seit 2008.

 
H2 MOBILITY – Industriepartner arbeiten am Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes für Brennstoffzellenfahrzeuge in Deutschland

Der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur nimmt konkrete Formen an: Die sechs Unternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total und weitere assoziierte Partner haben das Joint Venture H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co.KG gegründet. Primäre Aufgabe ist die Errichtung einer flächendeckenden Infrastruktur für die Wasserstoffmobilität in Deutschland.

Bereits im September 2009 entwickelten die Unternehmen, damals noch als industrieübergreifende Initiative, Szenarien für den Aufbau einer flächendeckenden Wasserstoffversorgung in Deutschland. In einer zweiten Phase wurden die Erfolgsaussichten bewertet und verschiedene Geschäftsmodelle sowie ein Fahrplan für die Umsetzung entwickelt. Im Februar 2015 erfolgte der Eintrag der Einheitsgesellschaft H2 MOBILITY ins Handelsregister.

Die Roadmap der H2 MOBILITY sieht vor, die ersten 100 Wasserstoffstationen bis 2018/19 unabhängig von Fahrzeugzahlen zu errichtet. Ziel sind bis zu 10 Stationen in den sieben deutschen Ballungszentren Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und München sowie Wasserstoff-Korridore entlang von Autobahnen. Die zweite Projektphase orientiert sich an den Zulassungszahlen von Brennstoffzellenfahrzeugen. Bis zu 400 Wasserstofftankstellen sollen dann eine flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland möglich machen.

Die H2 MOBILITY übernimmt alle operativen Aufgaben, darunter Netzplanung, Genehmigung, Beschaffung, Errichtung und Betrieb der Wasserstoffstationen, inkl. Bezahlsystem und Wissensmanagement sowie das H2-Sourcing, das einen möglichst hohen Anteil des Energieträgers Wasserstoff aus regenerativen Ressourcen beziehen soll.

BMW, Honda, Hyundai, Toyota und Volkswagen sowie die NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie beraten die H2 MOBILITY als assoziierte Partner.
Ein Großteil der ersten 100 Stationen wird u.a. durch das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bzw. durch die Europäische Kommission im Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking gefördert.